Warum gute Führung früher ansetzt
Einleitung
Wer einen Indikator dafür haben möchte, um zu erkennen, ob im Unternehmen schlechte Führungskräfte arbeiten, einfach mal die Kaffeemaschine beobachten. Wenn die Mitarbeiter der Kaffeemaschine mehr erzählen als dem Abteilungsleiter, dann wird es problematisch. Im Gegensatz zu vielen Führungskräften hört die Kaffeemaschine zu, unterbricht nicht und gibt sofort Energie. Was diese zur beliebtesten Führungskraft in vielen Unternehmen macht.
Heute geht es um Zeitverschwendung mit Ansage und einer Variante, die für alle Beteiligten besser sein könnte und würde.
Viele Unternehmen investieren Zeit in Exit-Gespräche, um die Gründe für eine Kündigung zu verstehen. Das Problem dabei ist, dass die Entscheidung des Mitarbeiters zu diesem Zeitpunkt meist bereits gefallen ist. Die gewonnenen Erkenntnisse kommen oft zu spät, um den Verlust einer wertvollen Fachkraft noch zu verhindern. Deshalb sollten Arbeitgeber ihren Fokus weniger auf das Ende eines Arbeitsverhältnisses und stärker auf die Zeit davor richten.
Mitarbeitergespräche statt Schadensbegrenzung
Exit-Gespräche können wichtige Hinweise liefern, doch sie sind häufig nichts anderes als eine nachträgliche Analyse eines bereits entstandenen Problems. Wer Mitarbeiter langfristig binden möchte, sollte regelmäßige Gespräche während des Beschäftigungsverhältnisses führen. So können Herausforderungen, Unzufriedenheit oder Entwicklungsmöglichkeiten frühzeitig erkannt werden. Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen, wenn ihre Meinung gefragt ist und ihre Anliegen nicht erst dann Gehör finden, wenn sie bereits gekündigt haben.
Eine offene Kommunikationskultur schafft Vertrauen
Mitarbeiter bleiben selten ausschließlich wegen des Gehalts. Wertschätzung, Entwicklungsperspektiven und eine offene Kommunikation spielen eine entscheidende Rolle. Führungskräfte, die aktiv zuhören und regelmäßig den Austausch suchen, schaffen Vertrauen und stärken die Bindung zum Unternehmen. Werden Probleme früh erkannt, können gemeinsam Lösungen entwickelt werden, bevor Frust entsteht und die Wechselbereitschaft steigt. Damit wird Mitarbeiterbindung zu einer aktiven Führungsaufgabe und nicht zu einer reinen Reaktion auf Kündigungen.
Die Erkenntnisse müssen zu einem Ergebnis führen
Eine weitere Sache habe ich noch, um Exit-Gespräche ins Lächerliche zu ziehen, anders kann ich es nicht sagen. Denn oftmals passiert mit den Ergebnissen nichts. Diese werden gesammelt, in Excel-Tabellen eingetragen oder sonst wie archiviert, jedoch nicht verwendet.
Wenn schon nach dem letzten Strohhalm gegriffen wird, um es in Zukunft besser machen zu können, dann bitte auch verwenden.
Fazit
Exit-Gespräche haben ihre Berechtigung, sollten jedoch nicht das wichtigste Instrument zur Mitarbeiterbindung sein. Erfolgreiche Unternehmen setzen früher an und schaffen einen kontinuierlichen Dialog mit ihren Mitarbeitern. Wer regelmäßig zuhört, Bedürfnisse erkennt und gemeinsam Lösungen entwickelt, erhöht die Zufriedenheit im Team und reduziert das Risiko unnötiger Kündigungen. Mitarbeiterbindung beginnt nicht beim Abschied, sondern sie beginnt im täglichen Miteinander.
Mit dem Wunsch nach mehr Kommunikation und weniger Fluktuation verbleibe ich mit besten Grüßen!
Ihr
Christian Milerski