Hör damit auf dich zu entschuldigen

Ich bin weniger wert

Einleitung

Der heutige Blogbeitrag geht in eine andere Richtung als sonst. Wir schreiben das Jahr 2026 und es gibt immer noch Menschen, die sich dafür entschuldigen, dass sie nur eine Ausbildung gemacht haben. Warum das sofort aufhören muss, beleuchte ich in diesem Blogbeitrag.

Der wert für die Gesellschaft

An alle, die meinen, eine Ausbildung sei nichts, oder deutlich weniger Wert. Wenn das nächste mal ihre Heizung ausgefallen ist, rufen Sie bitte einen Anwalt, der dann der Heizung erklärt, warum diese jetzt wieder laufen muss.

Ich gehe jetzt mal davon aus, der sarkastische Unterton ist zu erkennen. Das ganze ist nicht ernst gemeint, sondern soll auf etwas Wichtiges hinweisen. Nicht jede Aufgabe lässt sich von jemandem mit einem Studium erledigen. An dieser Stelle könnte der Blogbeitrag enden, da die Notwendigkeit, die Wichtigkeit und der Mehrwert einer Ausbildung für die Gesellschaft bereits bekannt und geklärt wurde. Da diese Diskussion jedoch noch immer geführt wird, schreibe ich weiter.

Nicht alles passt für jeden

Die Generation der Babyboomer hat uns Dekaden erzählt, dass wir Studieren müssen, damit aus uns etwas wird. Und jetzt beschweren sich genau diese Babyboomer, dass es keine Handwerker mehr gibt.

Zudem kenne ich aktuell keinen arbeitslosen Handwerker, jedoch Akademiker, die keinen Job finden.

Es passt auch nicht zu jedem, einen Job auszuüben, bei dem man in einem Büro sitzt. Hätte ich mit 16 auch nicht gewollt. Dass sich Vorlieben ändern ist normal, steht jedoch nochmal auf einem anderen Blatt.

Es ist doch viel wichtiger, die eigenen Stärken auszuleben. Dazu ist es wichtig, niemanden in eine Richtung zu drängen, sondern es zu ermöglichen, eigene Erfahrungen zu sammeln.

Ich sehe ihn heute noch vor mir, den Berufsschul-Kollegen, der Schreiner werden sollte. Handwerklich völlig unbegabt, 2 Linke Hände, alles Daumen. Nicht in der Lage, einen Hammer von einer Zange zu unterscheiden. Mit seiner unendlichen sozialen Ader wäre er in einem Beruf mit sozialem Hintergrund deutlich besser aufgehoben gewesen. Das Problem war der Vater, der sagte:

“Ich bin Schreinermeister, also wird mein Sohn schreiner.”

Es dauerte über ein Jahr, bis auch der Vater eingesehen hat, dass der eigene Sohn kein Schreiner wird.

Prognose für die Zukunft

Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Ich danke an dieser Stelle dem Dänischen Physiker Niels Henrik David Bohr für das Zitat.
Es weiß keiner, was die Zukunft so bringt, jedoch gehen Statistiken davon aus, dass viele der heutigen Grundschüler in Berufen arbeiten werden, die noch gar nicht existieren. Wäre es da nicht längst an der Zeit, die veraltete Denkweise abzulegen?

Nicht mein Ansinnen

Was ich mit diesem Blogbeitrag nicht möchte, ist ein Studium schlecht darzustellen. Selbstverständlich sind sehr viele Studiengänge wichtig. Es kommt auf die Mischung an.

Einen Arzt ohne Medizinstudium möchte ich nicht. Die Dienste eines Rechtsanwaltes habe ich ebenfalls schon in Anspruch genommen.

Es geht hier nicht um entweder oder, sondern um die Mischung aus beiden. Damit unsere Gesellschaft funktionieren kann, sind sowohl die Ausbildungsberufe, als auch die Studiengänge sehr wichtig.

Fazit

Wie so oft ist das gesamte entscheidend und Schubladendenken der erste Schritt in die falsche Richtung. Wenn Sie Kinder haben, noch ein Tipp. Ermutigen Sie dazu, sich unterschiedliche Berufe anzusehen, um sich einen eigenen Überblick zu verschaffen.

Mit dem Wunsch, dass das gefährliche kleinmachen der eigenen Person endlich aufhört, verbleibe ich mit den besten Grüßen

Ihr
Christian Milerski

Erodierer