Kommunikation ist ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung

Niemand steht gerne im unklaren

Einleitung

Heute geht es um Menschlichkeit, Respekt und Anerkennung. Bei dem heutigen Thema ist die Gesetzeslage eindeutig, jedoch lässt sich nicht leugnen, dass der gesetzliche Rahmen eventuell für Unwohlsein bei den Beschäftigten sorgt. 

Für viele Unternehmen sind befristete Arbeitsverträge ein wichtiges Instrument, um flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren zu können. Läuft eine Befristung jedoch aus und eine Übernahme steht im Raum, beginnt für viele Beschäftigte eine Zeit der Unsicherheit. Oft fällt die Entscheidung über eine unbefristete Anstellung erst kurz vor dem Ende des Vertrags. Bis dahin wissen die Betroffenen nicht, ob sie bleiben dürfen oder sich einen neuen Arbeitgeber suchen müssen. Gleichzeitig sind sie gesetzlich verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor Vertragsende arbeitssuchend zu melden, sofern keine verbindliche Zusage für eine Weiterbeschäftigung vorliegt. Was für Unternehmen häufig ein organisatorischer Prozess ist, bedeutet für Mitarbeiter eine erhebliche emotionale Belastung.

Ungewissheit belastet mehr als viele Arbeitgeber vermuten

Wer über Monate nicht weiß, wie die berufliche Zukunft aussieht, kann nur schwer langfristig planen. Private Entscheidungen werden verschoben, finanzielle Verpflichtungen werden kritisch hinterfragt und die Unsicherheit begleitet viele Beschäftigte täglich. Selbst wenn Führungskräfte mit der Leistung des Mitarbeiters zufrieden sind, wird fehlende Kommunikation oft als mangelnde Wertschätzung interpretiert. Dabei wünschen sich die meisten Beschäftigten keine Garantie, sondern Klarheit und einen offenen Umgang mit der Situation.

Gerade in der aktuellen Zeit, wo es wirtschafltich schwierig ist, wird der Wunsch nach einer Perspektive immer wichtiger. Ich kann verstehen, dass auch die Unternehmen aktuell sehr massive Probleme haben. Deshalb die Mitarbeiter einfach im unklaren lassen, ist jedoch keine Option.

Die Folgen zeigen sich auch im Unternehmen

Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auf die Motivation aus. Anstatt sich voll auf die Arbeit zu konzentrieren, beschäftigen sich viele Mitarbeiter mit ihrer beruflichen Zukunft. Bewerbungen werden geschrieben, Stellenangebote gelesen und Gespräche mit anderen Arbeitgebern geführt. Besonders leistungsstarke Mitarbeiter haben häufig gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und orientieren sich frühzeitig neu. So besteht die Gefahr, dass Unternehmen gerade diejenigen verlieren, die sie eigentlich langfristig binden wollen.

Wer nicht weiß, ob er in ein paar Monaten noch einen Job hat, wird seine Leistung zurück fahren. Das Argument, dann erst recht Leistung zu bringen, ist verständlich, verpufft jedoch. Denn die Antwort auf die Frage, warum überhaupt noch Leistung gebracht werden soll, wird ausbleiben. Es wird das Gefühl und der Eindruck entstehen, dass man nicht mehr gebraucht wird. Denn ansonsten wäre der unbefristete Vertrag inzwischen da. 

Frühzeitige Kommunikation schafft Vertrauen

Nicht jede befristete Stelle kann in eine unbefristete Beschäftigung umgewandelt werden. Wirtschaftliche oder organisatorische Gründe können eine Übernahme verhindern. Entscheidend ist jedoch, wie Unternehmen mit dieser Situation umgehen. Wer frühzeitig das Gespräch sucht, den aktuellen Stand offen kommuniziert und den Mitarbeiter regelmäßig informiert, schafft Vertrauen, auch wenn die endgültige Entscheidung noch aussteht. Transparenz vermittelt Respekt und zeigt, dass der Mitarbeiter ernst genommen wird.

Fazit

Die Entscheidung über eine unbefristete Anstellung lässt sich nicht immer früh treffen. Wohl aber lässt sich entscheiden, wie mit den betroffenen Mitarbeitern umgegangen wird. Wer Beschäftigte bis kurz vor Vertragsende im Unklaren lässt, riskiert Verunsicherung, sinkende Motivation und im schlimmsten Fall den Verlust engagierter Fachkräfte. Offene Kommunikation und ein respektvoller Umgang kosten wenig, können für die Mitarbeiterbindung jedoch einen entscheidenden Unterschied machen.

Mit dem Wunsch, dass die Menschlichkeit im Umgang mit der Belegschaft bestehen bleibt, verbleibe ich mit besten Grüßen!

Ihr

Christian Milerski