Wer sagt es ihnen?
Einleitung
Unser Bundeskanzler möchte, dass wir länger arbeiten. Es wird darüber diskutiert, das Renteneintrittsalter immer weiter nach oben zu setzen. Wir sprechen über leere Staatskassen, die Rente ist schon lange nicht mehr sicher.
Direkt vorweggenommen, ich wünsche mir, dass unser Bundeskanzler, Herr Friedrich Merz diesen Blogbeitrag zu lesen bekommt. Zudem stehe ich jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung, Kontaktdaten sind im Impressum meiner Webseite zu finden.
Jetzt könnte ich einfach in den Chor derer einsteigen, die das ganze als falsch ansehen. Das würde jedoch keinen Mehrwert stiften und erst recht das Problem nicht benennen und schon gar nicht lösen. Stattdessen werde ich meine Sichtweise darstellen und eine Lösung darstellen.
Wer sagt es den Unternehmen?
Wer sagt den Unternehmen, dass mit 50 das Leben noch nicht vorbei ist? Die Altersdiskriminierung im Arbeitsmarkt, von der immer wieder berichtet wird, ist Realität. Es ist längst kein Einzelfall, dass Bewerber aufgrund ihres Alters abgelehnt werden. Erfahrung spielt hier auf einmal keine Rolle mehr. Der Fachkräftemangel kann so groß wie dargestellt gar nicht sein. Wäre das Problem so groß, würde die Altersdiskriminierung verschwinden.
Der erste Schritt wäre also, die arbeitswilligen Bewerber tatsächlich auch einzustellen. Im nächsten Block etwas mehr zu den “alten”.
Wollen ja, dürfen nein
Jede Woche habe ich mindestens einen Bewerber am Telefon, der die 50, oder sogar die 60 oder auch in Einzelfällen die 70 überschritten hat. Menschen, die Leistung bringen und arbeiten wollen. Diese Menschen treffen auf Unternehmen mit Vorurteilen, die aufgrund ihres Alters die Erfahrung von Dekaden vor der Tür stehen lassen.
Die Gespräche beginnen teilweise mit dem Satz:
“Ich bin über 50, wenn ihnen das zu alt ist, können wir aufhören und brauchen nicht unsere Zeit zu verschwenden.”
Die Altersdiskriminierung ist real, branchenübergreifend durch die BRD. Bei Berufen, die körperlich anspruchsvoll sind, könnte ich es in Teilen sogar noch verstehen. Wobei auch hier jemand die jüngste Generation ausbilden muss. Jedoch, und das meine ich nicht despektierlich, passiert dass auch bei Arbeitnehmern, die im Rollstuhl sitzend, den Job zu 100% aus dem Homeoffice erledigen könnten.
Die Arbeitgeber sind in der Pflicht
Ich zeige nicht gerne mit dem Finger auf andere. Jedoch ist das in diesem Fall notwendig. Wenn wir alle länger arbeiten sollen, dann müssen wir auch eine Anstellung bekommen, um das zu tun. Mein Appel an alle Unternehmen, die das noch nicht tun:
“Geben Sie bitte älteren Arbeitnehmern eine Chance!”
Sie bekommen einen Mitarbeiter mit sehr viel Erfahrung, der mit 50 nicht noch 5 mal den Arbeitgeber wechseln möchte, bevor die Rente angetreten wird.
Ja, es gibt auch Arbeitnehmer, die mit 55 gedanklich schon in Rente sind und nicht mehr wirklich arbeiten wollen. Jedoch gibt es das auch bereits bei 20-Jährigen.
Dass Motto TEAM, Toll ein andere Machts! kennt kein Alter.
Fazit
Wenn wir den Fachkräftemangel lösen wollen, muss als erstes die Altersdiskriminierung aufhören. Wenn Menschen arbeiten sollen, müssen sie die Chance bekommen, das auch zu tun.
Mit dem Wunsch, eine längst überfällige Richtungsänderung anzustoßen, verbleibe ich mit besten Grüßen!
Ihr
Christian Milerski